Tagebuch (Entwurf): Prolog - Am Vorabend

Koblenz, 08.01.2020

Morgen ist es soweit. Meine kleine Weltreise beginnt. Um 6:30 Uhr werde ich mit dem Auto zum Frankfurter Flughafen gebracht und um 10:20 Uhr startet mein Flieger nach Indien, genauer gesagt nach Chennai.
Seit ich vor ca. eineinhalb Jahre, April 2018, beschlossen habe, eine Weltreise zu machen und auch dafür viel Energie aufzuwenden, ist viel Zeit vergangen. Jetzt, am Vorabend, kann man die Stunden bis zur Abfahrt an den beiden Händen abzählen.

Das Projekt "Weltreise 2020" wird nach eineinhalb Jahren Bauzeit ins Wasser gelassen und verlässt den Hafen.

Nervös? Eigentlich nicht! Natürlich ein komisches Gefühl im Bauch. Aufgrund dessen, dass ich eine sehr lange Vorbereitungszeit hatte, kann ich es locker sehen. Ich habe viel Zeit und Energie für die Vorbereitung gebraucht. Dies ist eine wichtige Grundvoraussetzung für so ein "Unternehmen", ansonsten bleibt ein Traum wieder nur ein Traum. Wenn ich bis jetzt was vergesse oder übersehen habe, dann ist das jetzt so! Ich freue mich jetzt auf die Reise.

Allerdings mischt sich in dieser Freude ein anderes Gefühl, was ich bisher vor einer Reise nicht kannte. Bisher dauerten ja meine Reisen nur zwei, drei Wochen, jetzt bin ich aber fünf Monate am Stück weg. Ich werde nun über mehrere Monate nicht meine Wohnung betreten, in meinem Supermarkt um die Ecke einkaufen, in meinem Fitnessstudio trainieren, mit meinem Auto in meiner Stadt fahren usw. Meine bisherige Arbeitsstelle werde ich sogar überhaupt nicht mehr aufsuchen. Ich habe wegen dieser Weltreise den Job gekündigt. Viel mehr aber mache ich über die viele Personen Gedanken, deren Gesichter ich nun für viele Monate nicht sehen werden. Werde ich sie vermissen? Bestimmt! Wird Heimweh so groß werden, dass ich zwischendurch heim komme muss?

Dies werde ich sehen. Jetzt geht es erstmal nach Indien und nehme an einer Rundreise in einer Gruppe teil. Im Schutz der Gruppe und einem deutschsprachigen Reiseleiter lerne ich den südlichen Teil von Indien kennen. Ich habe ganz bewusst Gruppenreisen eingeplant. Neben der Organisation der Übernachtung und Transfer, um die ich mich nicht selbst kümmern muss, bin ich dann auch für mehrere Tage mit den selben Menschen zusammen

Nach diesem Auftakt mit der Gruppe beginnt dann ein ganz besonderer Teil der Reise: Allein in vier Wochen von Singapur nach Bangkok, 2.000 km. In dieser Zeit bin ich vollkommen ungebunden. Es wird bestimmt sehr spannend. Ich war schon öfters in Asien unterwegs und jedesmal ließ es einen unvergesslichen schönen Eindruck bei mir. In Bangkok angekommen, treffe ich mich mit meiner Schwester. Wir wollen dann zusammen für zwei Wochen in Thailand bleiben.

Die nächste Stadion ist Costa Rica. Dort werde ich mich wieder an einer Rundreise teilnehmen. Da dies meine erste Reise in Südamerika ist, halte ich eine geführte Reise besser, um das Land kennen zu lernen. Bevor ich aber von Bangkok in Costa Rica eintreffe, mache ich in Los Angeles einen fünftägigen Zwischenstopp. In Los Angeles findet eine Zwischenlandung statt. Warum nicht dort paar Tage bleiben?

Nach der Costa Rica-Rundreise geht es nach Australien. Australien ist ein Land der Extreme, extrem hohe Temperaturen, extrem weite Entfernungen, extrem tödliche Tiere. Auch hier nehme ich an einer Rundreise teil. Ich werde allerdings einige Tage vor der Gruppe ankommen und dann mal nichts machen, nur einfach in den Tag hineinleben.
Und vor allem nicht ins Meer geht. Während meiner Aufenthalt ist Quallen-Saison und im Küstengewässer vor östlichen Australien ist die Seewespe anzutreffen. Die Seewespe gilt als das giftigste Tier auf der Welt. Sie könnte mit ihrem Gift, wenn sie alles absondert, 250 Menschen töten. Da schwimme ich lieber im Pool.

Nachdem ich hoffentlich Australien viel gesehen und erlebt habe, komme ich mal für drei Wochen nach Hause, um dann wieder abzureisen. Ziel wird dann die USA sein. Wieder mit einer Gruppe, erkunde ich für zwei Wochen den Südwesten von USA. Ich habe bewusst ein kurzen Heimaufenthalt  eingeplant. Es wird vielleicht leichter für mich, wieder an den Alltag zu gewöhnen, wenn man in den ersten Wochen noch bewusst ist, dass man nochmal eine kurze Schonfrist bekommt, in der USA.

Aber in paar Stunden werde ich nach Frankfurt gefahren und ich steige ins Flugzeug. Ich lasse mich dann überraschen, was alles passiert. Wichtig ist aber, cool bleiben!

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