Tagebucheintrag: Ankunft in Indien und erste Eindrücke
Tag
1/2 – Chennia/Mamallapuram,
09./10.01.2020
Die
große Reise drohte bereits am Frankfurter Flughafen zu scheitern.
Trotz gründlicher Recherchen waren meine Visa-Papiere nicht
vollständig. Man wollte mich am Gate nicht in das Flugzeug steigen.
Man erklärte mir, ich hätte eine Mail ausdrucken müssen und
nebenher auch das Formular mit den Daten und Foto ausdrucken. Da
beides im Prinzip die identische Daten beinhalten, dachte ich, das
Formular mit Foto reicht. Leider nicht! Zum Glück war die Mail noch
auf dem Handy. Damit gaben sich das Flugpersonal zufrieden und ich
stieg als letzter ein. Natürlich gab es in Indien deswegen Probleme.
Papierform ist hier scheinbar sehr wichtig. Aber nach einer
Überprüfung im System gaben sie dann auch zufrieden. Nach ca. zwei
Stunden konnte ich endlich den Flughafen in Chennia verlassen, wobei
die Hälfte der zwei Stunden nur reine Wartezeit war. Geduld ist in
Indien angesagt.
Fazit
aus dieser Sache für mich in Zukunft: Visum lasse ich ab sofort nur
von darauf spezialisierte Agenturen machen. Die Agenturen verlangen zwar
Gebühren, aber man ist bei Länder, die Visum sehr wichtig nehmen,
auf der sichere Seite.
Am
Eingang vom Flughafen wartet mein Fahrer, der mich zum Hotel in
Mamallapuram fuhr.
Ich hatte schon Angst, dass er durch meine Verzögerung nicht mehr da
war. Da es inzwischen 3 Uhr Ortszeit nachts war, gab es nicht viel zu
sehen.
Ich
weiß jetzt nicht, ob es indischer Standard ist, aber mein Zimmer und
das Hotel hebt meine Toleranzgrenze für Unterkünfte. Nachdem ich
endlich allein im Zimmer war, freute ich mich auf eine schöne warme
Dusche. Über gewisse „optische Gegebenheiten“ sah ich erst mal hinweg,
z.B. offene Steckdosen mit lose verbundene Kabeln, ein Ventilator nur mit einem Kabel an der
Decke befestigt etc. Ich dachte mir nur „MMMHH, interessant was man
alles machen kann!“. Die Dusche produzierte nur lauwarmes Wetter.
Auch hier dachte ich „MMMH, immerhin kein kaltes Wasser!“. Das
Bett war ok, allerdings sind ja meine Ansprüche an Schlaflagern
gering. Morgens, nach einem kurzen, aber erholsamen Schlaf ging es
zum Frühstück. Wie beim Schlaflager sind meine Ansprüche für das
Essen gering und gebe mich für kurze Zeit auch mit Magenfüller
zufrieden. Was ist aber im Speisesaal vorfand, übertraf doch meine
Toleranzgrenze. Über das schlichte Erscheinungsbild vom Speisesaal
reden wir mal nicht. Ich fand durchgängig nur „komische“ Sachen.
Ich entschied mich für folgende Speisen und hoffe, dass ihr Optik
nicht dem Geschmack entsprechen: ein Reisbrei mit kleine Blätter
versetzt, Pancakes mit Zwiebel. frittierte „Donuts“ und
rot-oranger Saft. Leider entsprach der Geschmack dem
Erscheinungsbild. Ich wahrscheinlich noch nie so schnell mit dem
Frühstück fertig.
Versteh
jetzt nicht falsch! Wenn es jetzt alles fruchtbar anhört. Wenn man
in dem Hotel sein Jahresurlaub verbringen müsste, dann ist es auch
„fruchtbar“. Mamallapuram ist ja auch wegen seine schöne Strände
ein beliebiger Urlaubsort. Aber im Moment kann man wegen zu starken
Wind und zu hohen Wellengang nicht ins Meer.
Ich
wollte ja auf meiner Reise viele Abenteuern erleben, neue
Lebensweisen kennen lernen und meine Sicht auf die Welt erweitern,
aber muss direkt am Anfang eine abenteuerliche Unterkunft sein?
Natürlich
unternahm ich daraufhin eine Erkundung der Umgebung. Auch wenn es in
der Hotelanlage relativ von den Temperaturen durch den Wind angenehm
ist, ist es in den Straßen der Stadt tierisch heiß und schwül. UND
vor allem laut. Ich war bisher schon in viele Städten in Asien, wo
Hupen im Verkehr zum guten Ton gehört, aber was hier abgeht, ist
schon ein anderes Kaliber. Ständig und unerschrocken hupen sämtliche
Verkehrsteilnehmer im Autos, im Tuk-Tuks, auf Mopeds und schwere
Busse sich durch den Verkehr. Verkehrsregel gibt es im Ortsteil
scheinbar keine, zumindest habe ich keine erkennen können. An diesem
Lärm muss man sich wirklich erst mal gewöhnen. Der Tempel ist im Video zweitrangig, höre!!! Ich versuche die Tage mal echte Hup-Konzerte der erste Klasse aufzuzeichnen.
„Restaurants“
gibt es aber genug, in allen Arten: Seafood, Veganes Essen, sogar ein
Restaurant mit Burger&Co auf der Speisekarte. Und zum Gegensatz
zu dem Essen im Hotel ist es „ansehnlich“. Verhungern tue ich
schon mal nicht. Ich entschied mich für ein kleines
Seafood-“Restaurant“. Ein Schild machte aufmerksam, dass hinter
einem enge Gang ein Seafood-“Restaurant“ befinden soll.
Tatsächlich befand sich in einem Hinterhof unter dem Schatten von
hohe Bäume das Restaurant. Ich saß einen großartigen gegrillten
Fisch.
Nachdem ich heute Abend im Hotel verbracht habe, genehmige ich mir morgen erst mal ein richtiges Frühstück, ein Omelett,
oder zwei und dann geht es zu den Sehenswürdigkeiten!
Kommentare
Spannend, ich werde den Blog verfolgen.
Nicht verhungern!
vg
Reinhold